Einmischen und Mitreden

Historische Haustür der „Flora“ bei eBay Kleinanzeigen gefunden

Historische Haustür der „Flora“ bei eBay Kleinanzeigen gefunden

Am 30. Juni 2020 wurde durch die Altstadtinitiative Greifswald e.V., die 2019 für ihr jahrzehntelanges Engagement für den Erhalt der Greifswalder Altstadt mit der höchsten Auszeichnung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, der Rubenow-Medaille, ausgezeichnet wurde, ein Antrag auf Unterschutzstellung des Gebäudeensembles Stralsunder Straße 47 bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Universitäts- und Hansestadt Greifswald gestellt.

Das betreffende Grundstück umfasst die Fläche des ehemaligen Heilig-Geist-Hospitals, welches man in den 1330er vor die Stadtmauern „extra muros“ verlegt hatte. Neben den baulichen Resten der 24 x 36 m großen Hospitalkirche sind im Untergrund weitere Spuren des Hospitals zu erwarten, u. a. der zugehörige mittelalterliche Hospitalfriedhof.

Das Grundstück ist heute entlang der Stralsunder Straße mit drei Gebäuden bebaut. Den ältesten Kern der Bebauung bildet das ehemalige Gasthaus „Zur Flora“ mit Tanzsaal mit seiner spätestens um 1800 entstandenen Kernsubstanz. Höchstwahrscheinlich handelt es sich hier um eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Greifswalder Vorstädte.

Am 31. Juli 2020 konnte der kurz vor der Ausführung stehende Abbruch des Gebäudeensembles, welches sogar Teil eines Sanierungsgebietes ist, verhindert werden. Über den Antrag auf Unterschutzstellung ist bislang noch nicht entschieden worden. Bei einem Gespräch der Bürgerinitiative Steinbeckervorstadt mit dem Grundstückseigentümer hat dieser ausgeführt, dass vor einer Entscheidung über die Denkmaleigenschaft keinerlei Veränderungen an der historischen Bausubstanz vorgenommen werden sollen. Es würden derzeit lediglich Sicherungsarbeiten an der überkommenen Bausubstanz ausgeführt.

Mit Erstaunen mussten wir nun feststellen, dass die historische Haustür der „Flora“ bei eBay Kleinanzeigen zum Verkauf angeboten wurde. Es wird den Grundstückseigentümer sicher freuen, dass die Altstadtinitiative sofort gehandelt hat - die historische Tür befindet sich nun in Händen der  Altstadtinitiative.

Wir stellen die Tür dem Grundstückseigentümer für die Wiederverwendung zu dem von uns verauslagten Unkostenbeitrag gern zur Verfügung.

Ines Yitnagashaw
Vorstandsvorsitzende

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Offener Brief und Online-Petition der BI zum Bauvorhaben Stralsunder Straße 47/48

Offener Brief und Online-Petition der BI zum Bauvorhaben Stralsunder Straße 47/48

Die Bürgerinitiative Steinbeckervorstadt startete am Wochenende eine Online-Petition mit der Forderung an die Investoren Fehlhaber und Braun, ihren Bauantrag für die Stralsunder Straße 47 zurückzuziehen. Zudem veröffentlichte die Bürgerinitiative einen Offenen Brief an die Investoren und den Greifswalder Oberbürgermeister Stefan Fassbinder, in dem die Forderungen und Kritikpunkte an dem Bauvorhaben detailliert  aufgeführt und begründet werden.

Hauptkritikpunkt ist die Missachtung der Ziele des Anfang Juli von der Bürgerschaft beschlossenen Masterplans für die Steinbeckervorstadt. Zu den zentralen Forderungen der Bürgerinitiative gehören u.a. der Erhalt von historischer Bausubstanz, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Berücksichtigung der Klima- und Moorschutzziele sowie eine Bebauung in der stadtbildtypischen Bauweise der Steinbeckervorstadt.

Die Beschlussvorlage zum geplanten Wohn- und Geschäftshaus der Braun & Fehlhaber GbR wurde für das  gemeindliche Einvernehmen ist zwar von der Tagesordnung des  Hauptausschusses genommen worden, doch ist die Diskussion um das Projekt nicht zum Erliegen gekommen.

Die Bürgerinitiative Steinbeckervorstadt äußerte sich dem Bauvorhaben von Beginn an kritisch gegenüber und traf sich vergangene Woche mit den Investoren Fehlhaber und Braun zum Gespräch. Auch Oberbürgermeister Stefan Fassbinder und weitere Akteure, wie etwa Vertreter der Altstadtinitiative, nahmen an dem Treffen teil.

„Es wurde deutlich, dass die Investoren kein Interesse daran haben, ihre  Pläne im Sinne des Masterplans zu verändern“, sagt Silke Schnabel von der Bürgerinitiative Steinbeckervorstadt. „Wir fordern die Braun & Fehlhaber GbR daher auf, den Bauantrag gänzlich zurückzuziehen und ihn so lange ruhen zu lassen, bis ein B-Plan für das Gebiet beschlossen wurde.“ so Schnabel. So könne die Stadt selbst entscheiden und mitgestalten, was und wie in der Steinbeckervorstadt gebaut werden dürfe.

Wer die Forderungen der Bürgerinitiative unterstützen möchte, kann die Online-Petition hier unterschreiben.

Bildquellen:
Gunthard Stübs, 01.08.2020
Anlage zur Beschlussvorlage der Verwaltung - BV-V/07/0248

Offener Brief

Offener Brief der Bürgerinitiative

Online-Petition

Online-Petition bei change.org
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Wohn- und Geschäftshaus in der Stralsunder 47: Chronologie der Ereignisse

Wohn- und Geschäftshaus in der Stralsunder 47: Chronologie der Ereignisse

Mitten in der Sommerpause taucht eine Beschlussvorlage der Stadtverwaltung im Ratsinformationssystem auf, über die ziemlich kurzfristig entschieden werden soll: Es geht um einen Bauantrag für ein Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage der „Braun & Fehlhaber GbR“ in der Stralsunder Straße 47 auf dem Gelände der ehemaligen Kfz-Werkstatt.

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Geschrieben von Webmaster in Aktionen, Einmischen und Mitreden, Masterplan
Beschlussvorlage zum gemeindlichen Einvernehmen zurückgestellt

Beschlussvorlage zum gemeindlichen Einvernehmen zurückgestellt

Die Beschlussvorlage zum gemeindlichen Einvernehmen zum Bauantrag Stralsunder Straße 47 wurde zurückgestellt. Das heißt, dass sie weder in der Ortsteilvertretung, im Bauausschuss noch im Hauptausschuss auf der Tagesordnung stehen wird. Die im Beschluss genannte zweimonatige Frist, nach der automatisch ein gemeindliches Einvernehmen erteilt wird, gilt nicht für die kreisangehörige Hansestadt.

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Geschrieben von Webmaster in Bürgerschaft, Einmischen und Mitreden
Stellungnahme der BI zum Bauvorhaben Stralsunder Straße 47 und zum Masterplan

Stellungnahme der BI zum Bauvorhaben Stralsunder Straße 47 und zum Masterplan

Vor nicht einmal einem Monat, am 7. Juli 2020, wurde nach langer öffentlicher Diskussion der Masterplan für die Steinbeckervorstadt beschlossen. Ein nun zur Beschlussfassung vorliegender Bauantrag steht im Widerspruch zu den Inhalten des Masterplans und stellt so den im demokratischen Verfahren gefundenen Kompromiss infrage.

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Gruß aus der Flora, Greifswald: Abriss droht!

Gruß aus der Flora, Greifswald: Abriss droht!

„Wo ich Mittag zu essen pflege“ - Das spätere Autohaus JAKI (Stralsunder Str. 47) um das Jahr 1900

Die Ansichtskarte zeigt das das Gebäude an der Steinbecker Brücke, in dem bis vor wenigen Tagen noch das Autohaus JAKI war, im Jahr 1900, also vor 120 Jahren. Damals ein Lokal mit dem klangvollen Namen „Zur Flora“ und offenbar konnte man dort zu Mittag speisen, denn handschriftlich steht unter der Fotografie „Wo ich Mittag zu essen pflege“.

Zu DDR-Zeiten stand das Gebäude offenbar unter Denkmalschutz, AnwohnerInnen aus dem Stadtteil erinnern sich, dass an der (jüngst entfernten) Eingangstür das Emblem des Denkmalschutzes prangte. Allgemein gilt bei der alten BewohnerInnenschaft das Gebäude als Denkmal.

Aus unbekannten Gründen wurde es offenbar versäumt, das Denkmal in die BRD zu überführen, jedoch liegt beim Landesdenkmalamt ein Antrag auf Denkmalschutz vor, über den noch nicht beschieden wurde. Unabhängig davon ist dennoch der historische Wert des Gebäudes unbestreitbar. Das gilt umso mehr, als dass Greifswald in den 80er, 90er und 2000er Jahren unfassbar viel an teils sehr alter Bausubstanz durch Abriss verloren hat.

Doch die „Flora“ soll jetzt dennoch kurzerhand der Abrissbirne zum Opfer fallen. So schnell es geht möchten die neuen Besitzer des Baugrunds, Fehlhaber & Braun, die alten Gebäude wegreißen, um einem schmucklosen Viergeschosser mit Tiefgarage hinzusetzen. Die Baupläne dazu wurden erst am 27.07.2020 veröffentlicht...

Die BI Steinbeckervorstadt fordert den Erhalt des historischen Gebäudes! Alte Bausubstanz soll, wie auch im erst kürzlich beschlossenen Masterplan ausdrücklich festgeschrieben, erhalten werden!

Geschrieben von Webmaster in Aktionen, Einmischen und Mitreden